Florida Travelguide

Naturparks – Nette Delphine und furchterregende Alligatoren

everglades np1Das größte subtropische Feuchtegebiet Nordamerikas und ein einzigartiges Naturschauspiel ist ein sechzig Kilometer breiter und nur fünfzehn Zentimeter tiefer Fluss, der gemächlich und in kaum erkennbarer Bewegung mit nur einem Meter pro Stunde mehr vor sich hin siecht als dass er strömt und fließt. Die Everglades, bestehend aus Ever (endlose Weite) und -glades (mit Gräsern und Binsen bestandene offene Flächen ) werden auch Grasfluss genannt. Das Gebiet des Marschlandes reicht vom Lake Okeechobee im Norden bis zu den Then Tausend Islands im Süden.

Geologische Beschaffenheit

Entstanden ist die Sumpflandschaft durch die geologische Beschaffenheit Floridas mit ihrem spezifischen Klima. Der Süden Floridas setzt sich aus einer Platte porösen Kalksteins zusammen. Diese neigt sich nur ganz leicht nach Süden zum Golf von Mexiko hin. Die größte Vertiefung dieser Kalksteinplatte stellt der Lake Okeechobee dar, ein See, der mit etwa 1800 Quadratkilometern ungefähr dreimal so groß ist wie der Bodensee. Da der Höhenunterschied zwischen Okeechobee und dem Golf von Mexiko nur circa fünf Meter beträgt und der höchste natürliche Punkt im Nationalpark nur 2,4 Meter über dem Meeresspiegel liegt, benötigt das Wasser etwa ein Jahr, bis es nach 160 km im Meer ankommt.

Von Mai bis Oktober läuft der See während der Regenzeit über, die schon mal bis zu 1200 Liter pro Quadratmeter Wasser bringen kann. Da der Wasserdruck aufgrund der geringen Neigung der Erdoberfläche sehr niedrig ist, schafft es das Gewässer nicht, ein Flussbett zu graben und überschwemmt das Land regelmäßig ein paar Zentimeter. In der Trockenzeit trocknen die Everglades dann aus und es steigt die Gefahr von Buschfeuern.

Aufteilung der Everglades

Im Jahr 1947 wurden die Everglades zum Nationalpark erklärt. Seit 1979 gehören sie zum Weltnaturerbe der Unesco, die sie zur "International Biosphere Reserve" ernannt hat. Etwa die Hälfte der ursprünglichen Fläche der Everglades wird heute landwirtschaftlich genutzt, die andere Hälfte gehört zum größten Teil zum Nationalparks und zu den angrenzenden Naturschutzgebieten. Der Nationalpark umfasst mit dem südlichen Teil nur etwa zwanzig Prozent  der ursprünglichen Feuchtgebiete. Die einzige Straßenverbindung in den Park führt von Florida City über die State Road SR 9336 rund sechzig Kilometer nach Flamingo im Südwesten. Außer dem Besucherzentrum und einiger anderer kleiner Einrichtungen im Park wurde die Ursprünglichkeit erhalten. Es gibt in Flamingo und an mehr als vierzig weiteren Plätzen Campingmöglichkeiten, deren Nutzung allerdings je nach Jahreszeit einen meist mehr als weniger intensiven Mückenschutz erfordern.

Auf den ausgebauten Wegen im Park lassen sich fernab jeglicher Zivilisationshektik die atemberaubende Natur und große Artenvielfalt an Tieren beobachten. Besonders bekannt für den Tierreichtum ist das Shark Valley. Von diesem Trail aus können aus nächster Nähe Alligatoren, Kormorane, Reiher, Anhingas, Fische und Schildkröten beobachtet werden.