Vom Plan bis zur fertigen Einfahrt – Garten & Landscaping in Florida


In Florida entscheidet die Gestaltung von Garten und Einfahrt über den ersten Eindruck – von der Palmenbepflanzung bis zur gepflasterten Auffahrt.
Eines der letzten großen Arbeiten am Neubau betreffen das Thema Gartengestaltung. Wir wollten einen Außenbereich, der zum Küstenklima passt, pflegeleicht, hitzeresistent und natürlich wunderschön ist. Entstanden ist ein Garten mit einem Mix aus Palmen, immergrünen Sträuchern und Rasen, umrahmt von einer gepflasterten Einfahrt mit Gehweg bis zur Eingangstür. Die Bewässerungsanlage sorgt dafür, dass alles schön grün bleibt.
Der Garten in Florida kann ganz einfach ausgeführt sein mit 2 Schattenbäumen und ein paar anderen Pflanzen nach den Vorgaben der Stadt. Bevor ein Haus abgenommen wird und die sogenannte CO erhält, muss der Garden codegerecht (vorschriftsmäßig) angelegt sein. Das hat den Vorteil, dass Neubauten nicht wie in Deutschland üblich ewig ohne Grünanlage unschön aussehen, bis die Bauherren wieder mal ein Budget dafür übrig haben. Wir wollten keinen Standardgarten, sondern eine palmenumsäumte blühende Garten-Gestaltung mit Hecken als Sichtschutz für die Privatsphäre.
Wir lieben zwar das Gärtnern, aber in Florida kann man das in den Sommermonaten kaum betreiben, weil es zu heiß ist. Außerdem sollten selbstreinigende Palmen später Kosten sparen. Darauf haben wir bei der Wahl der Palmen besonders geachtet. Einen Zaun wollten wir nicht haben. Er ist immer wieder in Gefahr, wenn es stürmt. Doch Jahre später haben wir doch einen intallieren lassen, wie ihr noch erfahren werdet.
Entwurf Gartengestaltung & Pflanzenauswahl
Für die Gartengestaltung bzw. Planung haben wir uns sehr viel Zeit genommen und diese vorher in einem Architekturprogramm etwas simuliert. Anregungen, Ideen, Tipps, Inspiration und sonstige Informationen haben wir uns von Fotos und Videos im Internet, von Rundfahrten durch Cape Coral und von den Experten der Gartenbau-Unternehmen geholt.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Auch wenn wir unser Budget bei diesem Projekt schon allein wegen der Menge an Palmen etwas aufstocken mussten, so hat sich unsere Gartenplanung gelohnt. Im Laufe der kommenden Jahre haben wir dann die Gartengestaltung weiter ausgebaut mit einem Freisitz für Gartenmöbel im Adirondack-Stil zum Beispiel oder der kompletten Umgestaltung der Terrasse aufgrund unseres demolierten Cages nach Hurrikan Ian.
Einfahrt & Gehweg aus Betonpflaster
Die Garageneinfahrt läuft von der Straße im rechten Winkel zum Garagentor, daran an schließt sich der Gehweg, welcher die Linien der Fassade aufnimmt. Er führt in einem leichten Knick zum Haus-Eingang. Links und rechts umrahmen Palmen und niedrige Foundation-Bepflanzung (salz- und sonnverträglich) mit Zierpflanzen und Blumen den Vorgarten.
In die Beete von unserem Traumgarten kam zunächst schwarzer Rindenmulch, damit der Boden Feuchte hält und Unkraut keine Chance hat. Den haben wir später gegen weiße Quarzsteine ausgetauscht, was ungleich schöner ausschaut.
Der Rasen besteht aus Florida Sod, einem eigens für die klimatischen Verhältnisse in Florida entwickelter sehr resistenter grober Rasen. Verlegt wird das Gras als Rollrasen. Vor dem Anlegen vom Garden wurde die sogenannte Irrigation, zu deutsch Bewässerung, installiert. Ein Sprinklersystem ist ganz üblich und man braucht es auch bei den großen Grundstücken. Verschiedene Sprinkler wurden in Rasen und Beeten verteilt und decken der Wasserbedarf.
Die gepflasterte Einfahrt ist zweispurig in voller Breite ausgelegt – bequem für zwei Fahrzeuge und zum Rangieren. Das Pflaster wird mit einem Gefälle weg vom Gebäude verlegt, was wichtig für den im Sommer üblichen Starkregen ist. Der Gehweg ist durchgehend eben, angenehm breit und läuft bündig in den Eingang.
Der Aufbau ist bewährt in Florida: Aushub bis tragfähigen Sand, Schotter lagenweise verdichtet, Bettungssand, Steine verlegen, Kanten fixieren, abrütteln, polymerischen Fugensand einschwemmen. So bleibt die Fläche formstabil – auch bei Hitze und Regen.
Erfahrungen, die Geld wert sind
Mit unserem Garten haben wir später diese Erfahrungen gesammelt und ihn nach und nach daraufhin angepasst: Ich liebe Hibiskus und hatte einige davon pflanzen lassen. Doch Blumen und Zierpflanzen machen wenig Sinn. Zu sehr werden sie von Schädlingen und Krankheiten befallen, als dass man sich an ihnen erfreuen kann. Ein Unterlegen von Folie unter Rindenmulch oder Steinen macht sich total bezahlbar. Ansonsten übermannt einen das Unkraut mehr denn in europäischen gefilden und besonders in den Sommermonaten.
Später haben wir auch einige Kübelpflanzen aufgestellt und die Terrasse mit größeren Pflanzen umpflanzt. So haben wir Pool und Lanai eine Umrahmung gegeben, die der Cage übernommen hatte, bevor er vom Hurrikan zertstört wurde. Weil der Preis für eine Neuerrichtung gleich dreimal so hoch war wie zu Zeiten unseres Neubaus, und weil die Versicherungen diesen Anbau nicht übernehmen, haben wir darauf verzichtet, ihn wieder herzustellen. Das haben wir nicht bereut. Allerdings mussten wir einen Zaun um den Pool bauen, damit kein Kind darin ertrinken kann, wenn es sich einmal verirrt. Auch haben wir einen kleinen Nutzgarten für Kräuter in einem Hochbeet angelegt.
Einen Cage braucht man übrigens gar nicht mehr als anderswo. Besonders in Cape Coral gehört er zur Standardausstattung. Blickt man ins mondäne Naples sieht man diese Käfige seltener. Das Feeling ist viel besser ohne und den gar nicht mehr so massenhaft vorkommenden Moskitos kann man auch anders Einhalt gebieten. Die damit nicht mehr ausgeschlossene frische Brise ist ebenfalls sehr viel angenehmer als die sich stauende schwüle Luft unter dem Cage.




















