Poolbau Schritt für Schritt – vom Aushub bis zur Spa-Ausstattung


Pools sind Teil des Florida-Lifestyles – besonders beliebte Designs setzen auf Infinity-Kante und integrierten Whirlpool.
Lange ersehnt und endlich ist es soweit: Der Pool wird gebaut. Das ist ein Highlight während des ganzen Neubaus und erfordert viele Gewerke, die zusammenarbeiten müssen. Nicht zuletzt weil dieser Bauabschnitt mit der Fertigstellung des ganzen Terassenbereichs endet, bringt er uns dem Einzug einen großen Schritt näher. Wir bauen einen Negative Edge Pool mit Spa und umbauen das ganze mit einem Cage.
Einen Pool bauen ist eine wirklich aufwendige Angelegenheit. Insbesondere wenn man so einen Infinity-Pool baut, wie wir ihn haben wollen. Dazu gehören Arbeiten wie: Erdhub ausbaggern, Poolshell herstellen, Verrohren, Poolfinish auftragen, Pooltechnik installieren, Pool fließen, Steine für Poolterrasse verlegen und Cage aufbauen. Doch ganz von vorn:
Erdarbeiten für die Poolform
Nachdem der Bagger den Aushub erstaunlich genau erledigt hat, erfolgt die Schalung für die Höhen und Konturenkontrolle. Anschließend werden Armierungseisen gemäß der späteren Poolform verlegt und der Pool eingeschalt. Dann wird Spritzbeton (Gunnite) darüber gespritzt, der nach dem Verfestigen die sogenannte Pool Shell bildet. Auf diese Spritzbetonschale kommt schließlich das Pool Finish, eine Beschichtung aus lauter kleinen Steinen, manchmal auch Glasteilen und Zement bestehend.
Die Zusammensetzung der Teilchen, auch Pepples genannt, bestimmt die Farbe des Poolwasses. Eine helle Peppleschicht ergibt zum Beispiel türkisfarbenes Wasser, während es immer dunkler wird, je dunkler die Beschichtung ausfällt. Mein lieber Mann wollte ja lieber dunkel anmutendes Wasser, während ich das türkisfarbene bevorzugte. Ich gab ihm nach, doch unser Poolbauer oder Builder oder beide wollten uns scheinbar übers Ohr hauen und haben das billigere helle Poolfinish verarbeitet. Bis wir das merkten, war es zu spät. Des einen Freud, des anderen Leid. Wir ließen es dabei beruhen.
Wir haben uns für eine Negative Edge entschieden, damit der Pool optisch direkt in das Kanalwasser übergeht. So ein Überlauf hat ein paar Nachteile: Man muss dieses kleine Basin extra putzen, das Wasser wird nicht so warm durch den ständigen Austausch und der Wasserverbrauch ist höher als bei einem Pool ohne Überlauf, weil die Wasseroberfläche hinsichtlich Verdunstung größer ist. Wir haben uns für die Optik entschieden und nehmen die Nachteile dafür in Kauf.
Erst keinen Spa, dann doch einen
Einen Spa wollten wir erst gar nicht haben. Bei unseren vielen Uraluben in Ferienhäusern haben wir den Spa eher nicht genutzt und fanden, dass die Investition hierfür nicht im Einklang mit dem Nutzen steht. Nur waren wir damals nicht in den Wintermonaten hier, wenn man gerne mal den Spa über die Solaranlage aufheizt und sich dann im warmen Badewasser beblubbern lässt.
Erst in letzter Sekunde haben wir uns dann umentschieden und das war eine gute Enscheidung. Denn besonders im Winter , wenn es die Solaranlage nicht schafft, das Poolwasser zu erwärmen, schafft sie es immerhin den Spa auf 90 bis 100 Grad Fahrenheit (ca. 30 bis 38 ° Celsius) aufzuheizen. Das ist dann bisschen wie im Thermalbad und sehr angenehem.
Zum Einstieg haben wir eine suns shelf vorgesehen. Kleine Kinder und Babies werden das lieben und wir haben da so einige in der Familie. Außerdem haben wir acht Solarpanels auf dem Dach, die es uns ermöglichen, fast das ganze Jahr den Pool zu nutzen, der übrigens ein Salzwasserpool ist.
Braucht man einen Cage?
In Florida haben in viele, in Cape Coral gefühlt alle: den Cage. Das ist der Screen-Käfig, der die Moskitos davon abhalten soll, die Bewohner zu quälen. Und so haben auch wir einen bauen lassen und es schon sehr bald bereut. Nur wenige Monate später kam Hurrikan Irma und zeriss unser Picture Window.
Wie es immer nach solchen Katastrophen so schön ist, verlangen die Handwerker nicht weniger für die Reparatur, weil sie es sich aufgrund der guten Auftragslage leisten könnten, sondern sie nutzen die Not ihrer Auftraggeber aus und verdoppeln schnell mal die Preise. Der Austausch nur des Screenmaterials hat uns damals schlappe 1000 Dollar gekostet.
Noch viel schlimmer wurde es in 2022 bei Hurrikane Ian. Der Cage, der übrigens nicht versicherbar ist, stürzte komplett ein und war nicht mehr aufbaubar. Ein neuer Käfig hätte 35.000 statt vorher beim Hausbau 15.000 Dollar gekostet, was wir zum einen nicht leisten wollten, zum anderen ereilte uns nach dem Abriss ein Aha-Effekt.
Es war so viel schöner als mit dem Cage, dass wir uns dafür entschieden, keinen neuen mehr installieren zu lassen. Wir sind noch heute so glücklich darüber und haben zudem viel weniger No Seams als früher im Cage, denn die hat er nicht abhalten können. Einige unserer Nachbarn hatten hingegen bei Helene und/oder Milton die nächsten Reparaturarbeiten zu verzeichnen.
Der Salzwasser Pool
Ein Salzwasserpool ist kein chlorfreies Schwimmbad, sondern ein Becken mit leicht salzhaltigem Wasser (typisch 2700 bis 3500 ppm). In der Salzwasseranlage erzeugt ein Salzchlorinator per Elektrolyse kontinuierlich Chlor. Das gelöste Salz wird in der Zelle in Chlorgas umgewandelt, im Wasser entsteht die desinfizierende Hypochlorsäure und nach der Reaktion kehrt das Chlor wieder zu Salz zurück. Der Kreislauf ist geschlossen. In der Praxis stellst du die Leistung des Chlorinators so ein, dass 3 bis 5 ppm freies Chlor stabil anliegen; pH liegt ideal bei 7,5 bis 7,8, Cyanursäure (CYA) bei 60 bis 80 ppm als UV-Schutz.
Der große Vorteil eines Salzwasserpools ist der Komfort: gleichmäßige Desinfektion ohne tägliches Dosieren, spürbar angenehmes Wasser mit weniger Chlorgeruch und auf Dauer geringerer Bedarf an Chemikalienlogistik. Dem stehen Investitions- und Betriebspunkte gegenüber: Die Zelle ist ein Verschleißteil und muss typischerweise nach 3 bis 7 Jahren gewechselt werden. Die Elektrolyse treibt den pH regelmäßig nach oben, weshalb mit Säure korrigiert werden muss. Bei hoher Wasserhärte kann sich Kalk an der Zelle ablagern, der schonend entfernt werden muss.
Salzsprühnebel kann Metallteile und empfindliche Natursteine (z. B. Travertin) angreifen. Eine gute Versiegelung, Erdung/Opferanode und Abspülen nach dem Baden sind daher sinnvoll. Die Routine bleibt aber überschaubar: Salzgehalt einstellen, Generatorleistung justieren, wöchentlich pH prüfen, CYA im Ziel halten und die Zelle gelegentlich inspizieren. Wenn du bequeme, konstante Desinfektion willst und diese wenigen Wartungspunkte akzeptierst, ist der Salzwasserpool eine sehr gute Lösung.

































