Wände vergipsen auf Stelzen – Innenausbau im Detail


Leichtbauwände sind Standard im Florida-Haus – effizient, flexibel und ideal für das feuchte Klima.
Nach der Isolierung beginnt nun der Trockenbau und das Wände vergipsen. Gipskartonplatten werden geschnitten und ausgeschnitten. Sie machen nach und nach einen Raum aus dem einstigen Grundriss. Dieser Wandaufbau hat einiges für sich: Es lassen sich ganz leicht Kabel, wohin auch immer ziehen, Bilder aufhängen oder in alten Gebäuden Wände versetzen.
In wenigen Tagen wird es hell auf der Baustelle. Das Haus nimmt zunehmend Wohngefühlgestalt an. Der Wandaufbau erfolgt mit Gipskartonplatten. In den Nassbereichen werden spezielle Zementplatten mit Dampfsperre eingesetzt, um der Schimmelbildung vorzubeugen.
Nach dem der Wandaufbau mit den Gipskartonplatten abgeschlossen ist, werden die Stöße und Zwischenräume verschlossen. Dazu legen sich die Gipser Stelzen an, damit sie bei den hohen Wänden nicht ständig die Leiter rauf und runter klettern müssen und sich flexibel durch die Räume bewegen können. Das ist wirklich lustig anzusehen und so praktisch. Innerhalb weniger Tage mutet das Haus dann auch schon recht wohnlich an.
Bilder Trockenbau und Wände vergipsen
In Florida werden beim Trockenbau nahezu ausschließlich ½-Zoll (12,7 mm) große Gipskartonplatten verwendet – sogenannte Drywall Sheets. Diese werden mit Trockenbauschrauben direkt auf die Holzlattung (Furring Strips) oder das tragende Ständerwerk geschraubt. An Außenecken kommen Metall- oder Kunststoff-Eckschutzprofile (Corner Beads) zum Einsatz, die später verspachtelt und geschliffen werden. Für die Decke nutzt man häufig 5/8-Zoll-Platten (15,9 mm), die robuster und weniger anfällig für Durchhängen sind – besonders bei größerem Lattenabstand.
In Badezimmern, Waschküchen und Küchen werden statt der Standardplatten sogenannte Green Boards oder Purple Boards verarbeitet. Diese sind feuchtigkeitsresistent, mit wasserabweisender Beschichtung oder sogar mit integrierter Dampfbremse ausgestattet. In der Dusche selbst werden meist Zementplatten (Cement Board oder Hardie Backer) verwendet – eine wichtige Maßnahme gegen Schimmelbildung.
Nach dem Einbau folgt die sogenannte „Taping and Mudding“-Phase, bei der die Fugen mit einem Gewebeband armiert und mit mehreren Lagen Spachtelmasse (Joint Compound) geglättet werden – bis eine absolut plane Oberfläche entsteht. Erst dann wird gestrichen oder verputzt. Diese Bauweise ist schnell, flexibel und typisch für die USA – auch wenn sie in puncto Schalldämmung und Stabilität nicht mit massiven Innenwänden mithalten kann. Wer besonderen Wert auf Ruhe legt, sollte gezielt akustische Zusatzmaßnahmen in Betracht ziehen.













