Florido-Scout-Baubericht

Baubericht – Alles ist anders

Vom Abenteuer ein Haus zu bauen, kann dieser Bauherr was erzählen. Hier gibt’s unzählige Tipps und Informationen über den Hausbau in Florida.

Hauswasserwerk, Brunnen & Abwasser in Eigenregie

Wasserversorgung Brunnen bohren
Das Brunnen bohren dauert einen Tag.
Bauarbeiter Permit

Viele Grundstücke in Florida nutzen eigene Brunnen und Septikanlagen – das spart Kosten und macht unabhängig.

Unser Haus wird im Nordwesten von Cape Coral gebaut und dort gibt es noch kein Stadtwasser. Also wird unsere Hauswasserversorgung über ein sogenanntes Well- and Septicsystem zur Verfügung gestellt. Für das zu errichtende Hauswasserwerk braucht es erstmal den Brunnen (Well) und eine Septikanlage.

Los geht es mit dem Bau vom Hauswasserwerk. Das Stadtwasser in unserem Mietshaus ist so kalkhaltig, dass man alle vier Wochen das Sieb der Spülmaschine nicht mehr erkennt unter dem Kalk, der sich abgelagert hat. Also freuen wir uns eher darüber, dass wir unseren eigenen Brunnen bekommen. Leider wird dieser Vorteil nicht von Dauer sein, denn in ein paar Jahren wird Cape Coral auch hier das Stadtwasser installieren.

Dann werden alle hauseigenen Systeme abgeschaltet und die Kläranlage (Septic) sogar kaputt gemacht. Die Kosten für deren Installation werden nicht ersetzt, haben sich allerdings bis dahin teilweise um die gesparten Wasserkosten amortisiert. Im Gegenzug dafür darf man dann tausende von Dollars für die Stadtwasserverlegung bezahlen. Nicht schön, aber man weiß das, wenn man in den Nordwesten zieht.

Brunnen bohren für das Grundwasser

Baubericht aus Cape Coral: Brunnen Bohren für die Hauswasserversorgung

In den nördlichen Teilen von Cape Coral – insbesondere im Nordwesten – sind viele Grundstücke noch nicht an die zentrale Stadtwasserversorgung und das öffentliche Abwassersystem angeschlossen. Die Häuser werden stattdessen über einen eigenen Brunnen, die sogenannte Well, mit Wasser versorgt.

Dabei handelt es sich um einen gebohrten Grundwasserbrunnen, der je nach Lage und geologischen Gegebenheiten zwischen rund neun und dreißig Meter tief ist. Das Brunnen bohren dauert meist nicht mal einen ganzen Tag. Eine elektrisch betriebene Tauch- oder Jet-Pumpe fördert das Wasser dann aus dem Grundwasserleiter direkt ins Haus.

Da das Rohwasser in dieser Region häufig einen hohen Härtegrad hat und je nach Lage auch Schwefelgeruch aufweisen kann, wird es vorher aufbereitet. Zunächst durchläuft es einen Sedimentfilter, der Sand und grobe Partikel entfernt. Anschließend sorgt eine Enthärtungsanlage mit Salz oder Kalium dafür, dass Kalk und Magnesium aus dem Wasser gefiltert werden, um Leitungen und Haushaltsgeräte vor Verkalkung zu schützen.

In vielen Haushalten ist zusätzlich ein Aktivkohlefilter eingebaut, um Geruchsstoffe und organische Verunreinigungen zu reduzieren. Für Trink- und Kochwasser kommt häufig eine Umkehrosmose-Anlage (Reverse Osmosis, RO) zum Einsatz. Diese filtert bis zu 99 % der gelösten Stoffe aus dem Wasser und leitet es in einen kleinen Drucktank, von dem es über einen separaten Wasserhahn entnommen wird.

Septic-Anlage am Ende des Hauswasserkreislaufs

Das Abwasser wird nicht in einen öffentlichen Kanal geleitet, sondern in einem eigenen Klärbehälter, dem sogenannten Septic Tank, gesammelt. Dort setzen sich Feststoffe am Boden ab, während Fett und leichtere Stoffe an der Oberfläche schwimmen.

Das vorgeklärte Wasser in der Mitte fließt anschließend in ein Drainagefeld, ein unterirdisches Rohrsystem, das das Wasser gleichmäßig ins Erdreich versickern lässt. Damit das System dauerhaft funktioniert, muss der Septic Tank in der Regel alle drei bis fünf Jahre geleert werden.

Die Septic-Anlage wird vor dem Haus installiert. Diese wird für die nächsten Jahre unser Abwasser reinigen und wieder Mutter Natur zurückführen. Zahllose Mikrobakterien spielen hier Heinzelmännchen und zersetzen die Schmutzpartikel. Zunächst wollten wir niemals in dieser Gegend ein Haus bauen, weil wir unbedingt an das Stadtwasser angeschlossen sein wollten.

Heute sind wir froh, dass wir Brunnenwasser haben. Denn es ist einfach viel besser als das sehr kalkhaltige und gechlorte Wasser der Stadt. Eines Tages jedoch werden auch wir ans Stadtwasser angeschlossen und müssen auf das tolle Brunnenwasser verzichten.

Der Vorteil dieses Systems liegt außerdem in den geringen laufenden Kosten, da keine monatliche City-Water- oder City-Sewer-Gebühr anfällt. Kosten entstehen vor allem durch den Stromverbrauch der Pumpe, den Salz- bzw. Kaliumverbrauch der Enthärtungsanlage, den Austausch von Filtern und die regelmäßige Wartung des Septic Tanks.

Langfristig ist zu berücksichtigen, dass später der Anschluss an das städtische Wasser- und Abwassernetz mit hohen Anschlussgebühren verbunden sein wird, die in Cape Coral oft zwischen 20.000 und 30.000 US-Dollar liegen.

Baubericht – Alles ist anders

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Häufig gestellte Fragen

Autor
Jens Struck

Jens Struck

Jens Struck ist Gründer von Florida-Scout und kümmert sich hauptsächlich um die Technik und schreibt rund um Reisen, Tipps und Highlights in Florida.

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